{"id":854,"date":"2008-09-02T11:35:21","date_gmt":"2008-09-02T09:35:21","guid":{"rendered":"http:\/\/kloster-metten.de\/?page_id=854"},"modified":"2026-01-23T21:16:13","modified_gmt":"2026-01-23T20:16:13","slug":"bonzifaz-wimmer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kloster-metten.com\/?page_id=854","title":{"rendered":"Bonifaz Wimmer"},"content":{"rendered":"<a href=\"http:\/\/kloster-metten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/refbonwi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1366 size-thumbnail\" title=\"refbonwi\" src=\"https:\/\/www.kloster-metten.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/refbonwi-170x115.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"115\" \/><\/a><h2>Bonifaz Wimmer<\/h2><p><strong>Bonifaz Wimmer (1809 bis 1887), Pionier in den USA und Erzabt<\/strong><br \/>\nUnruhe und Tatkraft waren kennzeichnend f\u00fcr das Leben des Bonifaz Wimmer. Der aus Thalmassing stammende Sohn einer Gastwirtsfamilie studierte Theologie in Regensburg und M\u00fcnchen, und wurde 1831 zum Priester geweiht. Da es in der Regensburger Di\u00f6zese damals mehr Geistliche als Stellen gab, wirkte er zun\u00e4chst als Wallfahrtsseelsorger in Alt\u00f6tting. Dort h\u00f6rte er auch vom wiederbegr\u00fcndeten Kloster Metten, in dem zu diesem Zeitpunkt nur zwei \u00e4ltere M\u00f6nche lebten. Nachdem auch der Regensburger Bischof Johann Michael Sailer den Neuanfang unterst\u00fctzte, entschloss sich Wimmer 1832 zum Eintritt in Metten und nahm den Ordensnamen Bonifaz an.<\/p>\n<p>Wimmer wurde in verschiedenen bayerischen Benediktinerkl\u00f6stern in verantwortlichen Positionen eingesetzt. Dabei scheute er auch keine Auseinandersetzungen, wenn es etwa um spezielle Ausrichtungen ging. Die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Begeisterung f\u00fcr die Mission erfasste nach und nach auch den Ordensmann. Er wollte in die USA gehen, was er letztlich mit Hilfe des ihn unterst\u00fctzenden K\u00f6nig Ludwig I. erreichte.<\/p>\n<p>Mit 4 Theologiestudenten und 15 Laienbr\u00fcdern brach Wimmer am 25. Juli 1846 in die neue Welt auf und kam am 15. September in New York an. Dort hatte man f\u00fcr den \u201eSuperior der Bayerischen Benediktinermission\u201c, wie er sich mittlerweile nannte, keine Aufgabe. So nahm der Ordensmann das Angebot des Pittsburgher Bischofs an und baute in der Pfarrei St. Vincent ein Kloster mit Schule auf, zu deren Abt er sp\u00e4ter werden sollte. Innerhalb von f\u00fcnf Jahren stieg die Zahl der Ordensmitglieder auf 100, nach zehn Jahren war es 200. Zur Abtei wurde St. Vincent 1855 erhoben.<\/p>\n<p>Insgesamt gr\u00fcndete Wimmer 152 Pfarreien, f\u00fcnf Kl\u00f6ster und viele Schulen. Dazu geh\u00f6rten Westen Collegeville, Atchison sowie als Zentrum im Osten Newark. Weitere Niederlassungen folgten, deren Abteierhebung der inzwischen zum Erzabt erhobene Bonifaz nicht mehr miterlebte. Er starb am 8. Dezember 1887. Weitere Informationen auch unter <a href=\"http:\/\/www.stvincent.edu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.stvincent.edu<\/a> im Internet sowie zur Lebensgeschichte von Erzabt Bonifaz Wimmer ein Aufsatz von Pater Roman Aigner.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein Benediktiner aus Metten als Pionier in Amerika<\/span><\/p>\n<p><em>von P. Roman Aigner OSB<\/em><\/p>\n<p>* Dieser Artikel geht auf ein Referat zur\u00fcck, das P. Roman am 21. Juni 1995 in der Aula der Grundschule Thalmassing gehalten hat. Der Artikel wurde zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht in der Festschrift &#8222;1200 Jahre Thalmassing&#8220;, herausgegeben 1995 von der Gemeinde Thalmassing.<\/p>\n<p>Es war eine Sensation in Rom, und ein kleiner Skandal wohl dazu, als Abt Bonifaz Wimmer 1865 in Rom den glattrasierten Kardin\u00e4len seinen wallenden Bart pr\u00e4sentierte. Ihm war es selbst nicht ganz geheuer gewesen, in dieser Pracht aufzutreten; er hatte in dieser Frage auch dem Mettener Abt Utto Lang geschrieben. Dieser hatte ihm geraten, klug zu sein und sich anzupassen. Die Dinge seien anders in Rom, und man sei dort nicht begeistert \u00fcber Neuerungen. Abt Bonifaz entschied sich f\u00fcr seinen Bart. Und obwohl die Menschen auf der Stra\u00dfe aufmerksam wurden, die Nonnen erschreckt und die Kurienbeamten missmutig: der amerikanische Abt erhielt in einer Audienz bei Papst Pius IX. seine Best\u00e4tigung als Abt auf Lebenszeit. Und er wurde mit dem p\u00e4pstlichen Segensgru\u00df entlassen: ,,Lang lebe Abt Wimmer und sein wundervoller Bart.&#8220; (1) Wer war dieser unkonventionelle Abt, der im Einklang mit den h\u00f6chsten Autorit\u00e4ten der Kirche so ganz anders sein durfte, als es von Leuten seines Standes erwartet wurde, und der sogar die Achtung eines so schwierigen Papstes wie Pius IX. erlangt hatte? Es war eben nicht irgendwer, sondern Bonifaz Wimmer: der Mann, der den alten Benediktinerorden in die Neue Welt verpflanzt hatte; der Gr\u00fcnder der Amerikanisch-Cassinensischen Benediktinerkongregation und erste Erzabt von St. Vincent; ein bayerischer Benediktiner aus der Abtei Metten; und nicht zuletzt, aber bis zuletzt ein Sohn der Gemeinde Thalmassing.<\/p>\n<p><em>Von Thalmassing nach Metten<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Wimmer wurde am 14. Januar 1809 in Thalmassing geboren. Seine Eltern waren der Gastwirt Peter Wimmer und seine zweite Ehefrau Elisabeth, geborene Lang aus Langenerling. Bereits seine Geburt fiel in unruhige Zeiten, die napoleonischen Kriege, und r\u00fcckblickend k\u00f6nnte es scheinen, als sei die Unruhe das Kennzeichen f\u00fcr sein ganzes Leben geworden. Nach dem Gymnasium in Regensburg begann Sebastian Wimmer dort 1826 sein Theologiestudium, das er im Jahr darauf in M\u00fcnchen fortsetzte.<\/p>\n<p>Die Landeshauptstadt jedoch scheint auf den jungen Studenten einen sehr stimulierenden Einfluss gehabt zu haben. Wimmer wurde Mitglied einer Studentenverbindung, des ,,Corps Bavaria&#8220;, und er f\u00fchrte dort das Leben eines Corpsstudenten komplett mit Montur, S\u00e4bel und Pudel. Sein Vorsatz, Priester zu werden, geriet ins Wanken, und er erwog, auf die Juristerei umzusatteln; nach dem Tod seines Vaters war jedoch f\u00fcr diesen neuen Sattel kein Geld vorhanden. Auch f\u00fcr die Befreiung der Griechen von t\u00fcrkischer Herrschaft lie\u00df sich der Student begeistern; eine freiwillige Meldung als Befreiungsk\u00e4mpfer scheiterte jedoch zweimal daran, dass die Annahmestelle schon geschlossen war, als Wimmer ankam, und so lie\u00df er es wieder bleiben. Wider Erwarten erhielt er nun auch ein Stipendium im Georgianum, was ihm als Vorsehung erschien ; er blieb bei der Theologie.<\/p>\n<p>Diese Turbulenzen sollen aber nicht zu dem Schluss verleiten, dass Sebastian Wimmer sein Theologiestudium auf die leichte Schulter genommen habe. Das Gegenteil ist der Fall. Er h\u00f6rte in M\u00fcnchen die Spitzen der damaligen Wissenschaft, einen Friedrich Wilhelm Schelling, einen Franz Xaver Baader oder einen Joseph von G\u00f6rres. Im Georgianum lebte damals auch der sp\u00e4ter ber\u00fchmte Ignaz von D\u00f6llinger als junger Dozent. Seine akademischen Lehrer bescheinigen ihm stets Flei\u00df und hervorragende Kenntnisse, und seine geistlichen Leiter in den Seminarien ernstes geistliches Ringen um seinen Beruf. Die Vorg\u00e4nge in M\u00fcnchen zeigen eher, dass Sebastian Wimmer nie einlinig dachte und stur auf einem vorgezeichneten Weg blieb. Er war stets f\u00e4hig, die verschiedensten Anregungen aufzunehmen, zu \u00fcberdenken, dann aber einem gefassten Entschluss treu zu bleiben.<\/p>\n<p>Nach dem letzten Studienjahr, das er im Klerikalseminar in Regensburg verbrachte, wurde Wimmer am 1. August 1831 in Regensburg zum Priester geweiht. Da die Di\u00f6zese Regensburg zu dieser Zeit mehr Priester als Posten hatte, es in der Di\u00f6zese Passau aber umgekehrt war, kam der Neupriester als Wallfahrtsseelsorger nach Alt\u00f6tting. In der Priestergemeinschaft, die sich dort gebildet hatte, wurde eines Abends die Not des Klosters Metten diskutiert. Das alte Benediktinerkloster war nach der S\u00e4kularisation von 1803 als erstes Kloster dieses Ordens 1830 wiedererrichtet worden, bislang aber nur mit zwei \u00e4lteren M\u00f6nchen besetzt. Bischof Sailer von Regensburg, ein gro\u00dfer F\u00f6rderer dieses Klosters, suchte unter seinen Di\u00f6zesanpriestern solche, die beim Neuanfang mitmachen wollten. Als Sebastian Wimmer davon h\u00f6rte, fasste er die Not des neuen Klosters als pers\u00f6nlichen Anruf auf und entschloss sich zum Eintritt.<\/p>\n<p>Dieser Schritt kam nicht unvorbereitet. M\u00f6gen auch Unzufriedenheiten mit der Stelle in Alt\u00f6tting mitgespielt haben, ausschlaggebend war doch eher, dass Wimmer schon als Student in M\u00fcnchen vom Benediktinerorden begeistert war. Was ihn besonders anzog, waren die Leistungen dieses Ordens in der Mission des Abendlandes sowie seine doppelte Verwurzelung: durch das Gebet in Gott und durch die Stabilit\u00e4t und wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit in der Landschaft und in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>So trat Sebastian Wimmer 1832 in Metten ein und erhielt am 29. Dezember 1833 in der Profess den Ordensnamen P. Bonifaz.<\/p>\n<p><em>Als M\u00f6nch auf Wanderschaft quer durch Bayern<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde P. Bonifaz in den Klosterpfarreien eingesetzt. So kam er 1833 als Kaplan in die Pfarrei Edenstetten, und er hatte diesen Posten bis 1835 und dann wieder von 1836 bis 1837 inne. 1837 wurde er f\u00fcr ein Jahr Pfarrer in Stephansposching.<\/p>\n<p>In diese Zeit f\u00e4llt ein knappes Jahr, das f\u00fcr P. Bonifaz einiges an Auseinandersetzungen bringen sollte, und das deswegen sehr aufschlussreich f\u00fcr seinen Charakter ist. Es war dies die Zeit der ,babylonischen Gefangenschaft&#8216; in St. Stephan\/Augsburg (2). Mit Erlass vom 12. Dezember 1834 \u00fcbertrug der K\u00f6nig der neugegr\u00fcndeten Abtei St. Stephan in Augsburg die Priorate Ottobeuren und Metten, das bisher selbst\u00e4ndig gewesen war. P. Bonifaz war unter den M\u00f6nchen, die ab Oktober 1835 nach Augsburg versetzt wurden, um an der dortigen Schule zu unterrichten. Es gab Spannungen mit den Mitbr\u00fcdern, die teilweise aus \u00f6sterreichischen und Schweizer Kl\u00f6stern kamen und einen v\u00f6llig anderen Lebensstil pflegten als die Mettener M\u00f6nche. P. Bonifaz wurde zum Wortf\u00fchrer der Mettener Widerst\u00e4ndler. Er verweigerte die \u00dcbertragung der monastischen Stabilit\u00e4t auf St. Stephan und trat mit der Regierung in M\u00fcnchen sowie mit seinem Heimatbischof Franz Xaver Schw\u00e4bl in Kontakt, um die Unabh\u00e4ngigkeit Mettens wiederherzustellen. Seine Diagnose, dass die M\u00fcnchner ihr Misstrauen gegen\u00fcber Metten aufgeben w\u00fcrden, wenn der alte Prior Ildephons Nebauer zur\u00fccktr\u00e4te, erwies sich als richtig; K\u00f6nig Ludwig lie\u00df durchblicken, dass Metten unter einem f\u00e4higen Oberen selbst\u00e4ndig und Abtei werden k\u00f6nne. Dass der todkranke Augsburger Bischof als Anwalt St. Stephans ausfiel, wertete P. Bonifaz als Werk der Vorsehung; er schrieb jedenfalls an Bischof Schw\u00e4bl: ,,Unser Hochw\u00fcrdigster Bischof von Augsburg wird die n\u00e4chste Woche wohl kaum \u00fcberleben. Ich glaube, dass er zu Tode gebetet worden ist, denn wenn er nicht diese letzten drei Monate krank und deshalb erzwungenerma\u00dfen unt\u00e4tig gewesen w\u00e4re, hatten wir nichts erreichen k\u00f6nnen.&#8220; (3) Anfang September 1836 konnten die<\/p>\n<p>Mettener zur\u00fcckkehren. Die Augsburger Aff\u00e4re zeigte, dass Bonifaz Wimmer keinesfalls bereit war, kampflos von einer Sache abzulassen, die ihm richtig erschien. Und sie zeigt auch, dass er f\u00e4hig war, gegebene Machtkonstellationen richtig zu deuten und auszunutzen. P. Bonifaz konnte Himmel und H\u00f6lle in Bewegung setzen, wenn es n\u00f6tig war, und er konnte trotz seiner Geradlinigkeit seine Argumente auf den jeweiligen Ansprechpartner abstimmen. Was er hier lernte, sollte ihm noch \u00f6fters von Nutzen sein.<\/p>\n<p>Eine weitere, f\u00fcr sp\u00e4ter wichtige Erfahrung wurde der Einsatz in Scheyern. In dem 1838 wiedererrichteten Kloster vertraute man P. Bonifaz die wirtschaftliche Leitung an, die er vom Sommer 1839 bis zum Sommer 1840 innehatte.<\/p>\n<p>Ab 1840 wirkte P. Bonifaz als Lehrer am Ludwigsgymnasium und Pr\u00e4fekt am Hollandeum (dem sp\u00e4teren Albertinum) in M\u00fcnchen. F\u00fcr diese Aufgabe hatte K\u00f6nig Ludwig ein Gruppe von Mettener M\u00f6nchen bestimmt. Und wieder war es M\u00fcnchen, das Bonifaz Wimmer auf neue Bahnen treiben sollte.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst war da das Mallersdorfer Projekt. P. Bonifaz regte den Ankauf der alten Klostergeb\u00e4ude an, ja er trat in Kontakt mit Geldgebern und F\u00f6rderern. Sein Plan war es, dort eine Schule und ein Seminar f\u00fcr den Ordensnachwuchs zu errichten, um die bayerischen Benediktinerkl\u00f6ster mit Nachwuchs versehen zu k\u00f6nnen. Diese Gr\u00fcndung sollte zun\u00e4chst ein abh\u00e4ngiges Priorat von Metten werden, eventuell sp\u00e4ter eine selbstst\u00e4ndige Abtei. Abt Gregor Scherr von Metten war dagegen. Er sah eine Gefahr darin, sich eine neue Last aufzuladen. das Kloster war ohnehin bereits \u00fcberbeansprucht. Mehrere Mitbr\u00fcder dagegen waren auf Wimmers Seite. P. Bonifaz versuchte auch, den K\u00f6nig f\u00fcr sein Projekt zu gewinnen, indem er ihn auf die Vorteile hinwies, die ein st\u00e4ndiger Strom von jungen Ordensleuten f\u00fcr Kirche und Staat bedeuteten: ,, ,B\u00fcrgers\u00f6hne&#8216; werden eine gute Erziehung erhalten und Leiter in ihren Pfarreien werden. Was f\u00fcr eine Garantie wird ihre religi\u00f6se Erziehung sein f\u00fcr die Ruhe im Land, f\u00fcr seine Sicherheit und moralische Kraft!&#8220; (4) Der Plan scheiterte jedoch am Widerstand des Abtes und an dem neuen Projekt K\u00f6nig Ludwigs, der Wiedererrichtung des Klosters Weltenburg. Mit der Entscheidung unzufrieden schrieb P. Bonifaz 1842 an Abt Gregor: ,,Weil Sie keine Gr\u00fcndung nach Mallersdorf senden wollten, wohin jeder freudig gehen w\u00fcrde, m\u00fcssen Sie sie nach Weltenburg senden, wohin keiner gehen will&#8230; Ich bin mir sicher, dass Metten daf\u00fcr noch wird b\u00fc\u00dfen m\u00fcssen.&#8220; (5) Wegen dieser Aktivit\u00e4ten erhielt P. Bonifaz im Kloster den Spitznamen ,Planmacher&#8216; oder auch ,Projektenmacher&#8216;. Dieses Image hing ihm noch lange an und beeinflusste auch die Auseinandersetzungen um die Gr\u00fcndung eines Klosters in Amerika.<\/p>\n<p><em>Der Weg in die Neue Welt<\/em><\/p>\n<p>Ende der 1830er Jahre war M\u00fcnchen die Hauptstadt der bayerischen Missionsbewegung geworden. 1838 wurde der LudwigsMissionsverein gegr\u00fcndet, der sich vor allem die Aufgabe gestellt hatte, Mittel f\u00fcr die Seelsorge an katholischen Auswanderern bereitzustellen. Seit 1840 hatte auch P. Bonifaz Wimmer Kontakt zu f\u00fchrenden Mitgliedern des Vereins. So kam es 1845 zu einer Begegnung, die sein weiteres Leben entscheidend umgestalten sollte. Im Mai war Peter Heinrich Lemke, ein deutscher Priester, der in Amerika als Seelsorger wirkte, bei den Mettener M\u00f6nchen in M\u00fcnchen zu Gast. Lemke berichtet von dieser Begegnung: ,,Eines Tages sa\u00df ich bei den Mettener Benediktinern, die ein Gymnasium versehen, zu Mittag. Da wurde nat\u00fcrlich viel von Amerika und den dortigen kirchlichen Zust\u00e4nden gesprochen, und ich fragte gleichsam scherzweise, ob keiner von den Patres Lust h\u00e4tte, mitzugehen; ich sei vom neuen Bischof einer neuen Di\u00f6zese bevollm\u00e4chtigt, deutsche Priester aufzunehmen. Nach Tisch nahm mich einer von den Professoren, Pater Bonifaz Wimmer, beiseite und er\u00f6ffnete mir, dass er schon lange den Trieb in sich versp\u00fcrt hatte, als Mission\u00e4r nach Amerika zu gehen. Er w\u00e4re bereit, wenn ich ihm dazu behilflich sein wollte. Ich sagte ihm: ,Gehen Sie nicht als einzelner Mission\u00e4r, sondern als Benediktiner! Sehen Sie zu, dass Sie noch etliche Ordensbr\u00fcder anwerben und suchen Sie um Erlaubnis und Bevollm\u00e4chtigung nach, dr\u00fcben ein Benediktinerkloster errichten zu d\u00fcrfen.&#8220; (6) Die Situation erinnert an den Entschluss zum Eintritt in Metten, die sich 13 Jahre zuvor in Alt\u00f6tting zugetragen hatte. Hier wie dort traf die Frage keinen unvorbereiteten P. Bonifaz, hatte er sich doch schon einige Zeit mit der Amerikamission besch\u00e4ftigt. Aber hier wie dort brauchte es die pers\u00f6nliche Konfrontation mit einer Notlage, die P. Bonifaz zum Handeln veranlasste. Er stellte den Antrag, nach Amerika ausgesandt zu werden; er suchte Geldgeber und F\u00f6rderer; zudem hatte Lemke zugesichert, den Benediktinern seinen Grundbesitz in Amerika zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Begeisterung Wimmers liegen in seiner Auffassung vom Wesen des Ordens, dem er angeh\u00f6rte. Schon als Student war er angetan von der missionarischen Kraft, die die Benediktiner des Mittelalters erf\u00fcllt hatte. Zudem war er \u00fcberzeugt, dass nur ein Kloster, das aufgrund seiner sicheren \u00f6konomischen Grundlage am jeweiligen Ort die n\u00f6tige Ausdauer haben w\u00fcrde, den Schwierigkeiten im Neuland zu begegnen. Nur die Benediktiner schienen ihm anpassungsf\u00e4hig und unabh\u00e4ngig genug zu sein, um neuen Lagen gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Seine Mitbr\u00fcder unterstellten ihm teilweise andere Motive. So glaubten einige, er sei nur ver\u00e4rgert, weil sein MallersdorfPlan nicht gelungen sei, und er wolle deshalb m\u00f6glichst weit von Metten weg. Andere meinten, er wolle doch blo\u00df selbst Abt werden, und das sei in Bayern nicht m\u00f6glich. Er sei eben der alte ,Projektenmacher&#8216;.<\/p>\n<p>Abt Gregor Scherr lehnte das Ansuchen P. Bonifaz, deshalb zun\u00e4chst ab. Auch der Versuch, unter Vermittlung der r\u00f6mischen Propagandakongregation die Erlaubnis zu erhalten, schlug fehl. Die Wende brachte erst der Aufsatz Wimmers in der ,Augsburger Postzeitung&#8216; vom 8. November 1845, in dem er seine Pl\u00e4ne darlegte. Dieser Aufsatz interessierte den K\u00f6nig f\u00fcr das Projekt; damit auch den Nuntius in Bayern; und damit dann doch auch Gregor Scherr. So erhielt P. Bonifaz schlie\u00dflich die Erlaubnis, nach Amerika zu gehen.<\/p>\n<p>Schon im Vorfeld hatte Bonifaz Wimmer vier Theologiestudenten und 15 Laienbr\u00fcderkandidaten angeworben, die mit ihm in eine in jeder Hinsicht v\u00f6llig neue Welt ziehen wollten. Unter ihnen war auch sein Neffe Georg Wimmer, ebenfalls ein Thalmassinger, der 1901 als P. Lukas in Amerika starb (7). Die Gruppe brach am 25. Juli 1846 von M\u00fcnchen aus auf und kam am 15. September in New York an. W\u00e4hrend der \u00dcberfahrt begann P. Bonifaz den Noviziatsunterricht und das gemeinsame Gebet, so weit es die allgemeine Seekrankheit zulie\u00df; nach seinen Briefen war der neue ,Superior&#8216; fast der einzige, der von ihr verschont blieb. In einem Brief an Abt Gregor beschreibt er die Lage so: ,,Meine 19 Mann sind beisammen (&#8230;). Nach meiner Anordnung beten sie morgens, mittags und abends t\u00e4glich einen hl. Rosenkranz, laut und kniend. Anf\u00e4nglich hatte es Schwierigkeiten; die einen Mitreisenden lachten, andere pfiffen oder sangen, andere trieben anderes, indessen mit Geduld, Ernst oder wo es nottut, auch mit entschiedenem Auftreten bekamen sie mehr Ruhe, und es geht jetzt doch ziemlich gut. Den vielen Juden muss ich dabei zur Ehre nachsagen, dass sie tolerant sind; aber etliche W\u00fcrttemberger und Franzosen brauchten die Drohung, dass man ihnen das Maul stopfen werde, wenn sie mit Flei\u00df die Betenden st\u00f6rten; die besseren, selbst Matrosen, nehmen sogar daran Anteil.&#8220; (8)<\/p>\n<p><em>Das erste Benediktinerkloster in Amerika<\/em><\/p>\n<p>Die Ankunft in New York war nicht ermutigend. Peter Heinrich Lemke war nicht erschienen, um die Missionare zu empfangen. Deutsche Seelsorger, die seit l\u00e4ngerem in Amerika Dienst taten, darunter der Generalvikar f\u00fcr die deutschen Katholiken in New York, Johannes Raffeiner, erkl\u00e4rten das Unternehmen Wimmers f\u00fcr unm\u00f6glich. Ihr Rat: P. Bonifaz sollte die Laien entlassen, die Theologiestudenten in amerikanischen Priesterseminaren unterbringen und selbst Di\u00f6zesanpriester werden.<\/p>\n<p>Aber Bonifaz Wimmer wollte nicht die weite Reise gemacht haben, um dann gleich bei der Ankunft aufzugeben. Er entschloss sich, die Angebote Lemkes und des Pittsburgher Bischofs Michael O\u00b4Connor wenigstens in Augenschein zu nehmen. So reiste die Gruppe Lemke war schlie\u00dflich doch noch eingetroffen, er hatte sich nur versp\u00e4tet weiter nach Carrolltown am Alleghanygebirge, zur Besitzung Lemkes. Nachdem man sich dort notd\u00fcrftig eingerichtet hatte und ein vorl\u00e4ufiger Kaufvertrag abgeschlossen worden war, begab sich P. Bonifaz, der ,Superior der bayerischen Benediktinermission&#8216;, wie er sich seit der Abreise aus M\u00fcnchen nannte, zum Ortsbischof. Dieser schlug ihm einen anderen Wirkungsort vor: die Pfarrei St. Vincent, zu deren Ausstattung zwei Grundst\u00fccke geh\u00f6rten, die mit 365 bzw. 165 Tagwerk als \u00f6konomische Grundlage einer kl\u00f6sterlichen Gemeinschaft dienen konnten. Nachdem auch die deutsche Gemeinde von St. Vincent die Missionare gebeten hatte, sich bei ihr niederzulassen, und da P. Bonifaz die Lage dort besser schien, zog die Missionarsgruppe dorthin um.<\/p>\n<p>Am 24. Oktober 1846 wurden die Kandidaten eingekleidet. ,,Da die n\u00f6tige Anzahl von Habiten fehlte, wurde die Einkleidungszeremonie immer an sechsen vollzogen, die dann in der Sakristei ihre Laienkleider wieder anzogen, damit die n\u00e4chsten sechs eingekleidet werden konnten.&#8220; (9) Von den drei Geb\u00e4uden, die zur Pfarrei geh\u00f6rten, waren zwei noch anderweitig genutzt; den M\u00f6nchen stand ein Haus zur Verf\u00fcgung mit zwei R\u00e4umen im Erdgescho\u00df, die als Pfarrb\u00fcro und als K\u00fcche, Speisezimmer und Aufenthaltsraum dienten, und einem Dachboden. Der ,,Boden unter dem Dache aber war unser Dormitorium, wo wir ohne Bettst\u00e4tten auf unseren Strohs\u00e4cken schliefen und morgens sehr gerne aufstanden, weil es so kalt war, dass man auch unter der wollenen Decke fror&#8220; (10). So begann das kl\u00f6sterliche Leben in Amerika. Am 5. November ernannte Bischof O\u00b4Connor P. Bonifaz zum Pfarrer von St. Vincent. Die Lage der jungen Gemeinschaft war rechtlich ungesichert, da das Recht zur Nutznie\u00dfung des Pfarrbesitzes nur auf der Person des Pfarrers beruhte. Sollte P. Bonifaz sterben oder versetzt werden, so m\u00fcssten die M\u00f6nche wieder abziehen. Erst am 15. Februar 1848, nachdem Bonifaz Wimmer mit dem Abzug der M\u00f6nche gedroht hatte, sicherte Bischof O\u00b4Connor den M\u00f6nchen zu, den jeweiligen Oberen der Gemeinschaft gleichzeitig zum Pfarrer zu ernennen. Erst jetzt konnten die Erweiterungsbauten begonnen werden, um der Raumnot abzuhelfen.<\/p>\n<p>Dennoch enthielt auch die neue rechtliche Lage f\u00fcr den Geschmack P. Bonifaz, noch zuviele bisch\u00f6fliche Rechte. Darum erbat er in einer Bittschrift an Papst Pius IX., St. Vincent als Kloster des Benediktinerordens zu errichten, ihm die Pfarrei ganz zu \u00fcbertragen und die Erlaubnis zur Gr\u00fcndung von Kl\u00f6stern in anderen Di\u00f6zesen zu erteilen. Die erbetenen Rechte wurden erteilt, die entsprechende Urkunde gelangte wegen der Unruhen in Italien aber erst 1850 nach St. Vincent. Im Herbst 1851 erst lie\u00df sich Bischof O\u00b4Connor bewegen, St. Vincent als ,nichtexemtes Benediktinerkloster&#8216; zu errichten; die vollst\u00e4ndige Befreiung von der bisch\u00f6flichen Oberhoheit war nicht gelungen.<\/p>\n<p>Seit 1851 betrieb Bonifaz Wimmer die Erhebung von St. Vincent zur Abtei. Er hielt dies f\u00fcr wichtig, um gegen\u00fcber dem Bischof, aber auch gegen\u00fcber den abh\u00e4ngigen H\u00e4usern einen sichereren Stand zu haben. \u00dcber den Bischof war das nicht zu erlangen, die Gr\u00fcnde daf\u00fcr werden wir noch betrachten. Helfer in der Not war wieder einmal K\u00f6nig Ludwig. Aber auch mit dessen Unterst\u00fctzung dauerte es noch bis zum 24. August 1855, dass St. Vincent zur Abtei erhoben und Bonifaz Wimmer zum Abt auf drei Jahre ernannt wurde. Die Abteierhebung wurde in St. Vincent als das Zeichen gefeiert, dass allen Widerstanden zum Trotz die Gr\u00fcndung gelungen sei.<\/p>\n<p><em>Dissonanzen um St. Vincent<\/em><\/p>\n<p>Es war keineswegs ein ruhiges Leben, das sich in St. Vincent entfaltete. Der Arbeitseinsatz der M\u00f6nche war gewaltig; P. Bonifaz war als zun\u00e4chst einziger Priester mit dem Gebiet einer Pfarrei belastet, das der Di\u00f6zese Passau in etwa entspricht, die Br\u00fcder mussten in k\u00fcrzester Zeit die Geb\u00e4ude f\u00fcr den Konvent und die Landwirtschaft errichten, die Studenten ihre theologischen und geistlichen Studien machen und dazu in der Landwirtschaft helfen. Zu diesem allt\u00e4glichen Arbeitslast kamen noch diverse Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Bischof O\u00b4Connor schien in der kl\u00f6sterlichen Niederlassung eine Einrichtung der Di\u00f6zese zu sehen, und er behandelte sie auch so. Es kam zum Streit um die Seminaristen, als er forderte, dass St. Vincent eine vom Bischof bestimmte Zahl englischsprechender Sch\u00fcler aufnehme und sie unentgeltlich ausbilde. Von Anfang an wurden in St. Vincent deutsche und irische Sch\u00fcler unterrichtet, wie auch die Pfarreien f\u00fcr beide Sprachgruppen da waren. Bonifaz Wimmer widersetzte sich allein dem Anspruch des Bischofs, in kl\u00f6sterliche Angelegenheiten hineinzuregieren. Eine Kontrolle des Bischofs \u00fcber seine Schule konnte und wollte er nicht zulassen.<\/p>\n<p>Delikater noch in jeder Hinsicht war ein anderer Streitpunkt, der sich ebenfalls durch alle Verfahren ziehen sollte. 1849 war ein Neffe Bonifaz Wimmers nach Amerika gekommen, der von dem Geld, das er f\u00fcr St. Vincent bringen sollte, eine gr\u00f6\u00dfere Menge f\u00fcr die \u00dcberfahrt verbraucht hatte. Auf seinen Vorschlag hin wurde ihm eine Gastst\u00e4tte und eine Brauerei errichtet, damit er seine Schulden abzahlen konnte. Als diese Unternehmen pleite gingen, \u00fcbernahm sie P. Bonifaz f\u00fcr das Kloster. Bischof O\u00b4Connor dagegen, der die Alkoholprobleme der irischen Arbeiter kannte, war \u00fcberzeugter Abstinenzler; als solchem waren ihm bierbrauende M\u00f6nche \u00fcberaus verd\u00e4chtig. Bonifaz Wimmer willigte ein, die Gastst\u00e4tte zu schlie\u00dfen; die Brauerei aber wollte er behalten, bis die Schulden getilgt seien.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung um die Brauerei behinderte jedoch auch die Entwicklung St. Vincents zur Abtei, da die r\u00f6mischen Beh\u00f6rden auf einer Einigung mit dem Ortsbischof bestanden. Wimmer willigte schlie\u00dflich ein, die Brauerei zu verkaufen; vom Bischof erhielt er eine Lizenz, Bier f\u00fcr den Verkauf zu brauen. Diese Lizenz wurde jedoch erst 1860 nach dem R\u00fccktritt Bischof O\u00b4Connors in Anwendung gebracht, um weitere Reibungen zu vermeiden; ,,und obwohl das Unternehmen nie eine gr\u00f6\u00dfere Einkommensquelle f\u00fcr die Gemeinschaft wurde, produzierte es etwa 60 Jahre lang das ,St. Vincent Bier&#8216;, das auf seine Weise dem Kloster zur Ber\u00fchmtheit verhalf&#8220; (11). Papst Pius IX. nahm die ganze Angelegenheit nicht so tragisch; in einer Audienz erinnerte er P. Bonifaz daran, dass auch der Apostel Paulus seinem Sch\u00fcler Timotheus geraten habe, mit R\u00fccksicht auf seinen Magen Wein zu trinken.<\/p>\n<p>Man t\u00e4te Bischof O\u00b4Connor aber sicherlich Unrecht, wenn man ihn als den Widersacher Bonifaz Wimmers sehen w\u00fcrde. Er hatte von Anfang an das Unternehmen gef\u00f6rdert, und er blieb bei allen Auseinandersetzungen ein Freund der Benediktiner. Allerdings kann man es ihm nicht verdenken, dass er versuchte, die Angelegenheiten so lange in seiner Hand zu behalten, bis die Gr\u00fcndung ihr Gelingen gezeigt hatte. Schlie\u00dflich konnte auch er es sich nicht leisten, Kirchengut vertrauensvoll jedem Abenteurerhaufen zu \u00fcberlassen; und es ist ihm nicht zu ver\u00fcbeln, dass ihm die Missionare aus Bayern zun\u00e4chst als solche erschienen sind. Bonifaz Wimmer war seinerseits vielleicht zu vertrauensselig in seinem Schaffensdrang, wie sich immer wieder zeigte, und forderte deshalb auch zuviel Vertrauen ihm gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><em>Weitere Gr\u00fcndungen<\/em><\/p>\n<p>Von Anfang an war es das Ziel Bonifaz Wimmers gewesen, nicht nur ein Kloster, sondern mehrere zu gr\u00fcnden. Die Geschichte von St. Vincent zeigt, worauf es ihm bei seinen Gr\u00fcndungen ankam. Das Wichtigste war eine gesicherte wirtschaftliche Grundlage, das hie\u00df eine gen\u00fcgend gro\u00dfe Landwirtschaft. P. Bonifaz vermehrte den Grundbesitz wo er nur konnte, lie\u00df St\u00e4lle und Scheunen auff\u00fchren und Vieh aller Art halten. Dass er sich damit in Schulden st\u00fcrzte, war kein gro\u00dfes Problem; er hatte bald Kredit, und er wusste, dass er sich auch auf seine Geldgeber in der Heimat verlassen konnte. K\u00f6nig Ludwig bew\u00e4hrte sich auch hier.<\/p>\n<p>Nicht nur wegen der wirtschaftlichen Grundlage, sondern auch aus tieferen Gr\u00fcnden hielt Bonifaz Wimmer die Arbeit seiner M\u00f6nche in der \u00d6konomie f\u00fcr notwendig. Denn, so sagte er, ,,wenn sie den Boden mit dem Schwei\u00df ihrer Stirn getr\u00e4nkt haben, wird ihnen das ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Wert der Arbeit geben und sie dar\u00fcber hinaus lehren, ihre neue Heimat zu lieben&#8220; (12). Diese Verbindung von \u00f6konomischer Grundlage und missionarischem Auftrag wurde f\u00fcr die meisten von Wimmers Gr\u00fcndungen pr\u00e4gend. So entstand auf dem Gebiet Lemkes, das schlie\u00dflich doch noch angekauft worden war, 1848\/49 eine kleine Gemeinschaft, die Pfarrei und Missionen versah. Bereits 1851 konnte die neue Kirche geweiht werden. In dieser Form besa\u00df St. Vincent au\u00dferhalb des Mutterhauses einige Niederlassungen bereits um 1850, so in Indiana und St. Mary\u00b4s in Elk County.<\/p>\n<p>Nach der Abteierhebung St. Vincents begann die planm\u00e4\u00dfige Gr\u00fcndung von Prioraten. Aus sechs Di\u00f6zesen lagen Anfragen von Bisch\u00f6fen vor. Aus den Erfahrungen mit Bischof O\u00b4Connor klug geworden, beschlossen die M\u00f6nche, nur dort zu siedeln, wo ihnen von Anfang an der jeweilige Grundbesitz \u00fcbertragen w\u00fcrde, und wo sich der Bischof jeder ungerechten Einmischung enthielte (13). In der Folge entstanden im Westen Collegeville (1856 gegr\u00fcndet, 1866 Abtei) und Atchison (1857 gegr\u00fcndet, 1876 Abtei) sowie als Zentrum im Osten Newark (1857 gegr\u00fcndet, 1884 Abtei). Weitere Niederlassungen folgten, deren Abteierhebung Abt Bonifaz teilweise noch erleben durfte.<\/p>\n<p><em>Konsolidierung und weitere Entwicklung<\/em><\/p>\n<p>Abt Bonifaz war nur auf drei Jahre zum Abt ernannt worden; nach Ablauf dieser Frist sollte der Konvent seinen Abt frei w\u00e4hlen. 1858 stand diese Frage im Raum. Obwohl Abt Bonifaz auch die M\u00f6glichkeit erwog, nicht wiedergew\u00e4hlt zu werden seine Art, ein Kloster zu leiten, und sein kompromi\u00dfloser Umgang mit Mitbr\u00fcdern schufen ihm nicht nur Freunde fielen 39 von 43 Stimmen auf ihn. Die M\u00f6nche waren zwar davon ausgegangen, nun ihren Abt auf Lebenszeit zu w\u00e4hlen; dennoch best\u00e4tigte Rom Abt Bonifaz Wimmer auch diesmal nur auf drei Jahre. Erst 1866 wurde Abt Bonifaz auf Lebenszeit in seiner W\u00fcrde best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>In den neuen Kl\u00f6stern und Gemeinschaften g\u00e4rte es; jede Entscheidung konnte zum Richtungsstreit werden, und um jede Frage teilten sich die Fronten. Der alte Streit um den Vorrang des kl\u00f6sterlichen oder des missionarischen Lebens entz\u00fcndete sich in den fr\u00fchen 1860ern neu an der Gestalt eines Novizen, Fr. Paul Georg Keck. Im Sommer 1859 war der 23j\u00e4hrige ehemalige Student und Schauspieler aus dem Rheinland eingekleidet worden, und schon am 18. September hatte er seine erste Vision. ,,Ein Benediktinerm\u00f6nch im Chorgewand, das Haupt mit einer Kapuze bedeckt und ein Kreuz in der rechten Hand&#8220; (14) war ihm erschienen und hatte ihm geoffenbart, dass er noch im Fegfeuer sei. Weitere Offenbarung derselben Art lehrten, dass alle f\u00fcnf bisher verstorbenen Priester der Kongregation noch im Fegfeuer seien; dass also mehr kl\u00f6sterliche Disziplin n\u00f6tig sei und alle M\u00f6nche einen Rosenkranz am G\u00fcrtel tragen und den Namen ,Maria&#8216; zus\u00e4tzlich zu ihrem Ordensnamen annehmen sollten. Die Offenbarungen spalteten die Kommunit\u00e4t; die Partei der monastischen Reform scharte sich sofort um den Novizen. Auch Bonifaz Wimmer, der zwischen den Fronten stand, scheint zun\u00e4chst an die M\u00f6glichkeit der Echtheit solcher Visionen geglaubt zu haben. Im August 1860 schien die Angelegenheit beendet; das Konventkapitel lehnte die Zulassung Fr. Pauls zu den Gel\u00fcbden ab. Einige Mitbr\u00fcder im Priorat St. Joseph\/Kansas betrieben jedoch die Wiederaufnehme Paul Kecks, und bald war er wieder im Noviziat in St. Vincent.<\/p>\n<p>Neue Visionen f\u00fchrten zu einer Massenhysterie in St. Vincent. Keck erhielt den Willen Gottes mitgeteilt durch einen Engel; so erfuhr er im November 1861, dass Martin Luther nicht in der H\u00f6lle, sondern nur im Fegfeuer sei, was die biederen bayerischen M\u00f6nche schon etwas verwunderte. Problematischer war, dass Keck versuchte, durch seine Visionen auch die Personalpolitik und die Reformen im Kloster zu kontrollieren. Hier regte sich der Widerspruch des Abtes. Bonifaz Wimmer war nicht bereit, sich dreinreden zu lassen, auch nicht von einem Engel.<\/p>\n<p>Als sich Keck m\u00f6glicherweise Chancen bei der Abtwahl 1862 ausrechnete, versuchte er, mit seinen Visionen seine Priesterweihe zu erzwingen, obwohl daf\u00fcr die n\u00f6tigen Voraussetzungen fehlten. Der Abt lehnte ab, und Fr. Paul ging ins Priorat St. Mary\u00b4s, wo er Anh\u00e4nger hatte. Dort betrank er sich bei einer Party bei Bekannten eines der dortigen Priester und versuchte auf dem Heimweg eine Aktion, die zu seiner Entfernung aus dem Orden wegen ,,schwerer S\u00fcnden gegen das sechste Gebot&#8220; (15) f\u00fchrte. Schlie\u00dflich zog die Glaubenskongregation in Rom den Fall an sich, die Streitigkeiten setzten sich fort, und Abt Bonifaz sah sich gen\u00f6tigt, von 1865 bis 1866 \u00fcber ein Jahr in Rom zu weilen, um die verschiedensten Angriffe und Vorw\u00fcrfe gegen ihn und seine Amtsf\u00fchrung abzuwehren. Wie sehr ihm das gelang zeigt, dass die ganze Aff\u00e4re endete mit einer Anerkennung seiner Leistungen und der Verleihung der Abtw\u00fcrde auf Lebenszeit.<\/p>\n<p>Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens zeigten Abt Bonifaz Wimmer als Pr\u00e4laten der Kirche, der auf ein gefestigtes Werk zur\u00fcckblicken konnte und der seine Aufgaben in den kl\u00f6sterlichen Gemeinschaften und der Kirche wahrnahm. So nahm er in seiner Eigenschaft als Pr\u00e4ses der AmerikanischCassinensischen Benediktinerkongregation als Konzilsvater am Ersten Vatikanischen Konzil teil. 1880 reiste er anl\u00e4sslich der Feiern zum 1500. Geburtstag des Hl. Benedikt nach Monte Cassino, wo er als \u00e4ltester der anwesenden \u00c4bte Vorsitzender der Beratungen zur Neugestaltung des Ordens wurde. Unter seinem Vorsitz wurde dem Orden die Gestalt gegeben, die er bis heute besitzt.<\/p>\n<p>Im Alter h\u00e4ufen sich die Jubil\u00e4en. Im Oktober 1871 konnte die 25-Jahr-Feier von St. Vincent begangen werden. Die kleine Kommunit\u00e4t von 19 M\u00f6nchen im Jahr 1846 war angewachsen auf 148 M\u00f6nche; 12 Benediktiner und 15 Di\u00f6zesanseminaristen studierten in St. Vincent, und das College besa\u00df rund 250 Studenten. Priester der Abtei wirkten in 50 Pfarreien und Missionsstationen in 6 Di\u00f6zesen und in 5 Staaten.<\/p>\n<p>Am 29. Dezember 1883 konnte Bonifaz Wimmer seine Goldene Profess feiern. Zu diesem Anlass traf auch eine Gratulation des Hl. Stuhles ein mit der Ernennung zum Erzabt. Bezeichnend ist seine Reaktion darauf: ,,All das ist sehr nett und gutgemeint. Aber es hilft mir nicht, in den Himmel zu kommen, und ich k\u00f6nnte leicht ein paar Jahre Fegfeuer daf\u00fcr bekommen. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, wie ich es nie wusste. Ich lasse sie eben machen mit mir, was sie wollen.&#8220; (16) Seit Mitte der 1880er Jahre klagte er \u00fcber zunehmende gesundheitliche Probleme. Die Augen lie\u00dfen nach, das Herz wurde schw\u00e4cher, und der Magen vertrug vieles nicht mehr. Er war einsam geworden, von den M\u00f6nchen, die mit ihm nach Amerika gekommen waren, waren viele nicht mehr am Leben oder auf weit entfernten Stationen. Die Kluft zur nachfolgenden Generation wurde gr\u00f6\u00dfer, wie er selbst sp\u00fcrte: ,,Die Vergangenheit erscheint mir oft wie ein Traum. Manchmal f\u00fchle ich mich wie Adam vor der Erschaffung Evas. Ich sehe niemanden, der mir gleicht. Ich bin umgeben von jungen M\u00f6nchen. Ich bin wie ein alter Baum inmitten von jungem Unterholz.&#8220; (17)<\/p>\n<p>Erzabt Bonifaz erlaubte nur einem Menschen Kritik an seiner Person, und das war er selbst. Nie hatte ihn die Selbstkritik verlassen, auch nicht in den Stunden, in denen er auf das Vertrauen in sich sein ganzes Werk hatte setzen m\u00fcssen. Was er bei seinem Eintritt in Metten an Prior Ildephons Nebauer geschrieben hatte: Ich ,,f\u00fcrchte nichts au\u00dfer mir selbst. Selbstmisstrauen war immer einer meiner Gr\u00fcnde f\u00fcr den Eintritt ins Kloster&#8220; 18 blieb g\u00fcltig bis an sein Lebensende. Bonifaz Wimmer starb am 8. Dezember 1887, um 10 Uhr vormittags. Auch ihm selbst war bewusst, wie viel noch zu tun, wie viel noch unfertig und im Werden war, als er starb. Aber es war auch eine Menge, das im Werden war und das in den 41 Jahren, die Erzabt Bonifaz Wimmer und seine M\u00f6nche in Amerika gewirkt hatten, geworden war. Es war die Seelsorge an deutsch- und englischsprechenden Katholiken; es war die Mission bei Protestanten, die Bildungsarbeit bei der schwarzen Bev\u00f6lkerung von Georgia und den Indianern in Minnesota, die Seelsorge an b\u00f6hmischen Auswanderern im mittleren Westen und vieles mehr.<\/p>\n<p>Im Jahr seines Todes schrieb Erzabt Bonifaz an P. Coelestin Englbrecht: ,,Dem Tode nah und langsam sterbend, denke ich nat\u00fcrlich ziemlich oft an die vergangenen Tage und frage mich, wie die Dinge den Weg genommen haben, den sie nahmen. Keiner glaubte uns f\u00e4hig, irgendetwas Bedeutendes zu vollbringen, und doch haben wir etwas vollbracht. Gottes Gnade war offensichtlich mit uns. Unser Hauptziel die Errichtung des Ordens in Amerika ist erreicht worden. Und unser zweites gr\u00f6\u00dferes Vorhaben einen ausreichenden Klerus f\u00fcr unsere deutschen Katholiken auszubilden und bereitzustellen ist auf gutem Weg. (. . .) F\u00fcr viele hatten unsere Gr\u00fcndungen ernsthafte Fehler. Aber das konnte nicht anders sein ohne ein Wunder, und ich glaube fest daran, dass es besser gemacht werden kann, wenn erst eine feste Ordnung in unseren Abteien und Prioraten eingef\u00fchrt ist.<\/p>\n<p>Deshalb wollen wir nicht halbherzig oder entmutigt werden. Viel lieber wollen wir zuversichtlich und mutig weiterarbeiten, so gut wir k\u00f6nnen. Insofern die Dinge so weit gediehen sind allein mit der offensichtlichen Unterst\u00fctzung und Gnade Gottes, so d\u00fcrfen wir nicht in Zukunft Erfolg von uns selbst erwarten, sondern wieder allein von der Gnade und Unterst\u00fctzung Gottes, der uns nicht zugrundegehen l\u00e4\u00dft, solange wir nicht f\u00fcr uns selbst, sondern f\u00fcr ihn, f\u00fcr seine heilige Kirche, f\u00fcr den Orden, und f\u00fcr die Seelen arbeiten.&#8220; 19<\/p>\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n<p>1) Vgl. Jerome Oetgen: An American Abbot. Boniface Wimmer, O.S.B 18091887, Latrobe, Pennsylvania 1976, S. 6 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>2) Vgl. Michael Kaufmann: S\u00e4kularisation, Desolation und Restauration in der Benediktinerabtei Metten (18031840), Metten 1993, S. 333.<\/p>\n<p>3) Oetgen, An American Abbot, S. 29 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>4) Oetgen, An American Abbot, S. 32 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>5) Oetgen, An American Abbot, S. 34 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>6) Willibald Weber: Erzabt Bonifaz Wimmer + 8. 12. 1887, in Fortsetzung erschienen in: AJM 44 (1977\/78) S. 813, 138144; 45 (1978\/79) S. 816, 172178; 46 (1979\/80) S. 2126, 229235; 47 (1980\/81) S. 208211; 48 (1981\/82) 2431. hier: 45 (1978\/79) S. 12.<\/p>\n<p>7) Vgl. Brief Abt Bonifaz Wimmer an K\u00f6nig Ludwig I. vom 13. Juli 1858, in: Willibald Math\u00e4ser (Hg.), Bonifaz Wimmer O.S.B. und K\u00f6nig Ludwig I. von Bayern, M\u00fcnchen 1937, S. 104 Anm. 3.<\/p>\n<p>8) Willibald Weber: Erzabt Bonifaz Wimmer t 8. 12. 1887, in: AJM 45 (1978\/79) S. 176.<\/p>\n<p>9) Marianne Popp: Bonifaz Wimmer (18091887). Erzabt von St. Vincent, in: Georg Schwaiger (Hg.): Lebensbilder aus der Geschichte des Bistums Regensburg (= Beitr\u00e4ge zur Geschichte des Bistums Regensburg, Bd. 23\/24), Regensburg 1989, S. 711720, 715.<\/p>\n<p>10) Willibald Weber: Erzabt Bonifaz Wimmer t 8.12.1887, in: AJM 46 (1979\/80) S. 24.<\/p>\n<p>11) Oetgen: An American Abbot, S. 94 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>12) Oetgen: An American Abbot, S. 78 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>13) Vgl. Basilius Doppelfeld: M\u00f6nchtum und kirchlicher Heilsdienst. Entstehung und Entwicklung des nordamerikanischen Benediktinertums im 19. Jahrhundert (= M\u00fcnsterschwarzacher Studien Bd. 22), M\u00fcnsterschwarzach 1974, S. 43.<\/p>\n<p>14) Oetgen, An American Abbot, S. 191 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>15) Oetgen, An American Abbot, S. 198 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>16) Oetgen, An American Abbot, S. 278 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>17) Oetgen, An American Abbot, S. 7 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>18) Oetgen, An American Abbot, S. 22 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n<p>19) Oetgen, An American Abbot, S. 295 (\u00dcbs. v. Verf.).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonifaz WimmerBonifaz Wimmer (1809 bis 1887), Pionier in den USA und Erzabt Unruhe und Tatkraft waren kennzeichnend f\u00fcr das Leben des Bonifaz Wimmer. 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